Klassiker vom Staub befreit
Bücher im Internet gemeinsam lesen

Bielefeld, 13.6.2004 – Bücherwürmer treffen sich auf der Website www.biblioforum.de, um gemeinsam Klassiker zu lesen und online darüber zu diskutieren.

Klassische Literatur ist heute wieder ein viel diskutiertes Thema. Marcel Reich-Ranicki hat seinen Kanon der wichtigsten literarischen Werke aufgestellt, sein Kritiker-Kollege Helmut Karasek tat es ihm kürzlich nach. Doch wer genauer nachfragt stellt fest: Die viel gepriesenen Werke werden wenig gelesen. »Bei mir sind die guten Vorsätze, Klassiker zu lesen, meist daran gescheitert, dass ich mir anspruchsvolle Werke richtiggehend erkämpfen musste. Und das geht, wie so vieles im Leben, gemeinsam besser als allein«, erklärt Cord Wiljes, warum er im September 2001 das BiblioForum aus der Taufe gehoben hat: Ein Forum im Internet, auf dem sich Menschen treffen, um gemeinsam klassische Literatur zu lesen.

Im BiblioForum schlagen die Teilnehmer zunächst Klassiker vor, die sie lesen wollen, und stimmen über die Vorschläge ab. Der Titel mit den meisten Stimmen wird dann von allen zur gleichen Zeit gelesen. In einem Online-Diskussionsforum tauschen sich alle über das Werk im Internet aus, diskutieren miteinander und beantworten sich Fragen, die bei der Lektüre offen geblieben sind. Seit Gründung des BiblioForums wurden mehr als 20 Klassiker gelesen - von Heinrich v. Kleists "Michael Kohlhaas" über Thomas Manns "Buddenbrooks" bis zu Ray Bradburys "Fahrenheit 451".

Im BiblioForum geht es nicht um literaturwissenschaftliche Fachdiskussionen, sondern um die pure Freude am Lesen. So schreibt Ursula Möllenhoff über Thomas Manns "Buddenbrooks": »Ich war 1924 vierzehnjährig, als ich die Buddenbrooks las, ohne auf den Untertitel zu achten, und traf unvorbereitet auf die armselige Klothilde, den 'widerlichen' Grünlich und konnte die Heirat der munteren Tony absolut nicht verstehen.« Und Henrike Linnemann über Charles Dickens' "Oliver Twist": »Dies ist mal wieder ein Buch genau nach meinem Geschmack: Unterhaltsam, flüssig und leicht verdaulich geschrieben.«

Neben dem Diskussionsforum bietet das BiblioForum zahlreiche weitere Angebote rund um das Thema Lesen: Regelmäßig werden Umfragen durchgeführt, es gibt Hintergrundinformationen zu den gelesenen Werken, Foren zu weiteren Themen sowie einen Newsletter per E-Mail. Am BiblioForum kann jeder teilnehmen, der Interesse an Büchern hat und mit anderen gemeinsam dieser Leidenschaft nachgehen will.

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Cord Wiljes
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Das Wichtigste in Kürze

ausgewählte Diskussionen

Eine Stadt liest ein Buch

Unter dem Titel "Ein Buch, eine Stadt" wurde 1998 in Seattle (USA) eine Aktion ins Leben gerufen, die wieder für das Lesen begeistern will: Die ganze Stadt liest zur selben Zeit dasselbe Buch, begleitet von öffentlichen Lesungen, Ausstellungen, Diskussionsrunden und zusätzlichen Veranstaltungen. In Amerika haben seitdem über 40 Städte diese Aktion durchgeführt, in Europa war die englische Stadt Leeds im März 2002 Vorreiter. In Deutschland haben in diesem Sommer die Städte Potsdam und Bad Hersfeld "Der Vorleser" von Bernhard Schlink gelesen, Hamburg wird im November mit "Der Mann im Strom" von Siegfried Lenz starten.

Lesebarometer der Bertelsmann-Stiftung

Die wichtigsten Daten zum Leseverhalten der Deutschen ermittelt die Bertelsmann Stiftung alle drei Jahre in einer repräsentativen Umfrage. Die Auswertung der letzten Untersuchung 1999, das "Lesebarometer", hat u.a. ergeben, dass nur zwei von drei Deutschen über 16 Jahren im Jahr mindestens ein Buch lesen und nur jeder zweite ein Buch kauft.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Pisa-Studie

Eines der wichtigsten Ergebnisse der internationalen Schulvergleichsstudie PISA war die große Bedeutung der "Lesekompetenz", d.h. der Fähigkeit, Texte verstehen, interpretieren und beurteilen zu können.

Die vollständigen Ergebnisse der PISA-Studie finden Sie hier.

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Cord Wiljes
cord.wiljes@biblioforum.de
++49 (0) 163 - 47 12 13 6

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