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George Orwell: 1984

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Daten

  • von George Orwell (eigtl. Eric Arthur Blair) (1903 - 1950)
  • erschienen 1949
  • ca. 300 Seiten

Ausgaben (Auswahl)

  • TB, 8,00 EUR, Heyne, ISBN 3453164210: 1984
  • TB, 5,00 EUR, Ullstein, ISBN 3548256279: 1984 (Jubiläumsausgabe) (Achtung: Diese Ausgabe ist evtl. noch nicht erschienen!)
  • engl. ed, 7,10 EUR, Signet, ISBN 0451524934: 1984

Beschreibung

Die Handlung des seit 1943 geplanten Romans »about the future – that is . . . in a sense a fantasy« (noch 1948 schwankte Orwell zwischen dem ursprünglichen Titel »The Last Man in Europe« und der endgültigen Version) spielt in der näheren Zukunft. Die drei Supermächte Oceania, Eurasia und Eastasia führen permanent Krieg miteinander, und auf britischem Boden hält eine Partei-Oligarchie von zwei Prozent der Bevölkerung (die politisch-intellektuelle Elite der Inner Party mit dem »great brother« an der Spitze) weitere 13 Prozent (die Funktionäre der Outer Party) mit der sie ständig bespitzelnden Gedankenpolizei in einem Zustand der Angst; das gemeine Volk der »proles« ist davon ausgenommen, vegetiert aber in geistiger Unmündigkeit dahin. Unter diesen Bedingungen, die mit kollektiven, auf den angeblichen Feind Emmanuel Goldstein gerichteten Haßriten gefestigt werden, gibt es weder historische Wahrheit noch Gerechtigkeit.

(...)

Ausgangspunkt des Romans ist Orwells Befürchtung, die englischen Intellektuellen könnten, wie sich angesichts der unkritischen Haltung gegenüber Stalin Ende der dreißiger Jahre bereits angedeutet hatte, endgültig den Lockungen totalitären Machtdenkens erliegen: ». . . the older men, nurtured in a Liberal tradition, are safe, but the younger generation is suspect and the seeds of totalitarian thought are probably widespread among them« (Orwells Pressemitteilung 1949). Orwell meinte deshalb direkter als vergleichbare, in der ferneren Zukunft spielende Utopien an das Selbstverständnis des Lesers der Nachkriegszeit appellieren zu müssen; er tat das durch die aktualisierende, »naturalistische« Verankerung des Textes. Da Orwell zudem die auch von der traditionellen Utopie (bzw. dem negativen Gegenbild: der Dystopie) aufgeworfene Frage nach der Plastizität der menschlichen Natur skeptischer beurteilte – der Roman führt die These von den uneinnehmbaren Resistenzpotentialen im Menschen ad absurdum –, mußte er die aus dem Alptraum von 1984 zu ziehende Moral – »Don't let it happen. It depends on you« – um so eindringlicher vortragen.

(...)

1984 ist inzwischen zu einer scheinbar nicht mehr erklärungsbedürftigen Metapher für totalitäre Verhältnisse geworden. Nachdem das Buch während des Kalten Krieges etwa als Schullektüre ideologisch, d. h. antikommunistisch, vereinnahmt wurde, ist die Analyse des Textes, der auch von Politologen und Kulturkritikern immer wieder als Illustrationsbeispiel verwendet wird, differenzierter geworden.

(...)
Prof. Dr. Uwe Böker
© Kindlers Literaturlexikon

Links

Verfilmungen

  • 1984 (USA, 1956)
  • 1984 (USA, 1984, mit Richard Burton)

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