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Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz
Daten
Ausgaben (Auswahl)
Beschreibung (Achtung: enthält Inhaltsangabe!) Die gedankentiefe und zartempfundene Geschichte vom kleinen Prinzen, die Saint-Exupéry selbst illustriert hat, ist die von unmittelbarer Lebenserfahrung geprägte dichterische Darstellung einer moralischen Erkenntnis. Die einfache Diktion dient der Absicht des Autors, die Sprache und Sichtweise des Kindes wiederzugeben, das mit dem Herzen das Innere der Dinge ergreift, ohne sich von der äußeren Erscheinung beirren zu lassen, und ist nicht zuletzt aus Saint-Exupérys Achtung vor der Wahrheit und dem Ernst des Worts zu verstehen. Saint-Exupéry, der leidenschaftlicher Flieger war, macht die Bekanntschaft des kleinen Prinzen nach einer Flugzeugpanne in der Einsamkeit der Wüste. Der Prinz (»ein kleiner, ganz außergewöhnlicher Herr«) hat seinen winzigen Planeten mit den drei Kratern bereits vor Jahresfrist verlassen, weil er mit der stolzen und eitlen Rose in »Schwierigkeiten« geraten war und an ihrem Wert zu zweifeln begonnen hatte. Die einzelnen Stationen seiner Reise zu den anderen Planeten, von denen er dem Flieger erzählt, sind als eine Folge von Parabeln zu verstehen, die Verhaltensweisen bestimmter negativer Menschentypen umreißen: Der kleine Prinz trifft den einsamen, Autorität heischenden König, den Bewunderung fordernden Eitlen, den dumpfen Trinker, den Geschäftsmann, den Laternenanzünder und den Geographen; er sieht in ihnen Wesen, die, allein mit der eigenen Person beschäftigt, sich nur an die Äußerlichkeiten der Dinge halten. Auf Empfehlung des Geographen reist er zur Erde. Hier trifft er zuerst die Schlange, die ihm erzählt, daß man auf der Erde einsam unter den Menschen sei. Doch der Fuchs lehrt ihn das Geheimnis der Freundschaft und Liebe, das darin besteht, daß ein Mensch für den anderen Verantwortung trägt (»man kennt nur die Dinge, die man gezähmt hat«, d. h., zu denen man Bindungen geschaffen hat). Der kleine Prinz, der einen Garten voller Rosen gesehen und den Verlust der Einzigartigkeit seiner Rose beweint hat, erkennt nun seinen Irrtum. Da er sie pflegte, sie mit Wasser versorgte und vor dem scharfen Wind schützte, wurde sie einzig für ihn. Damit sie nicht verdurstet, muß er nun auf seinen Planeten zurückkehren. Die Schlange beißt ihn in den Knöchel, und er fällt lautlos auf den Wüstensand. Sein Körper ist am nächsten Morgen verschwunden; Saint-Exupéry, der inzwischen sein Flugzeug repariert hat, wird in seine Welt zurückkehren. Auch er hat einen Freund gewonnen, den er nun irgendwo in den Sternen weiß. Das zentrale Thema dieses »Weltraummärchens«, das einer der größten Bucherfolge der Nachkriegszeit wurde, ist die Aufhebung der Einsamkeit in der Freundschaft. Der kleine Prinz ist nichts anderes als ein Teil von Saint-Exupéry selbst, der der rationalen Sehweise der Erwachsenen, ihrer Art der Beweisführung und ihrer Logik in den Parabeln von der Rose und vom Fuchs das Gebot der Mitmenschlichkeit entgegenhält. »Man sieht nur mit den Augen des Herzens in der richtigen Weise. Das Wesentliche ist unsichtbar für die Augen.« ( aus: Kindlers neues Literatur Lexikon) Links
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